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An der Oder – neulich

Wer jetzt keinen Kürbis hat …

Kürbisfest 2011

Einen schönen Herbst

mit vielen satten Farben

und kunterbunt Erzähltes für heimelige Zeiten!

Der Sommer war schon komisch, der Winter wird gar lang.

Und wer noch keinen Kürbis hat, der kann hier davon träumen. (Continued)

Oh Tanne!

Ein Weihnachtsbaum? Der war für Laura und für Sergej eigentlich tabu. So tabu wie Restaurants mit weißen Tischdecken oder Cafés, in denen man keine Werbung auslegen konnte.

Sergej hatte keine guten Erinnerungen an Weihnachten unterm Baum. „Zwangbaum“ nannte er ihn oder „Harmonie im Nadelanzug“. Wegen der Kinder hatte man dann einen mehr oder weniger kleinen und meist ziemlich hässlichen Baum jedes Jahr in einem viel zu großen Topf gekauft. Bis kurz vor dem Fest wurde er gegossen und auf der Veranda aufgestellt, mit einer Lichterkette überworfen und oft schon am Zweiten Weihnachtstag entsorgt. Weihnachten ex und hopp. (Continued)

Zwei Tapas, drei Bier, weiter nichts

Andalusien – Kurzgeschichten zum Anhören.

Geschichten aus dem Süden Spaniens. Nicht aus den Touristenhochburgen und von den Sonnen-Stränden – sondern da, wo es weitab von Party-Feiern und Sonnenbrand noch etwas gemütlicher zugeht.

Allerdings nur etwas.  Denn es ist schon wahr, dass es das „ursprüngliche Spanien“ noch gibt – irgendwo auf dem Lande oder in den idyllisch gelegenen Bergdörfern. Aber paradiesisch ist es da auch nicht immer.

>>> Zwei Tapas, drei Bier, weiter nichts

Hör-Stück von Jürgen Gressel-Hichert

Das Hoch-Laden dauert ein paar Sekunden!!

Mehr gibts unter „Hören!“ im Menü ( auch da dauerts ein wenig!!)

Leichentuch

Das Gesicht des Bestatters hat genau die professionelle Blässe, die für dieses Handwerk notwendig ist.

„Mein Beileid“, nuschelt er. Aber anstatt sich in weiteren Mitmenschlichkeiten zu ergehen, räuspert er sich kurz.

„Auch wenn es schwer fällt“, er zuckt mit dem Oberkörper etwas ungelenk und  führt die Frau durch die Reihe von Särgen.

„Erdbestattung. Gut.“

Rechnet er schon oder ist er noch beim Vor-Führen.

Nach knapp einer Stunde haben sie sich auf ein dunkel gebeiztes Erdmöbel geeinigt.

„Er liebt das Dunkle.“ Sinniert die Witwe.

„Er liebte…“

„Und aus welchem Material soll das Leichentuch sein. Wir haben hier Mischgewebe mit Wolle, einfach, bedruckt.“

Die Frau hat sich gesetzt und schaut in die Ferne.

„Baumwolle – auf jeden Fall Baumwolle. Er hat eine Allergie, müssen Sie wissen.“

Sie nickt noch einmal.

„Er hatte eine Allergie.“

Aber auf jeden Fall Baumwolle – und dunkel. Das liebte er auch.

© Jürgen Gressel-Hichert 2011

Cafe solo

Im Gesichtsausdruck der Frau hinter dem Tresen liegt eigentlich überhaupt nichts. Schwarze Haare mit hennarot gefärbter Strähne. Augenringe – überpudert. Das freundliche Lächeln wirkt unwirklich in der gedämpften Beleuchtung. Von draußen weht ein Freddy-Mercury-Song aus dem Autoradio herein.

„Milchkaffee bitte, wenig Kaffee, viel Milch“

(Continued)

Post von Franco

Es ist bereits der dritte Brief. Er kann ihn nicht mehr ignorieren. Dringend. Steht auf dem Umschlag. Und sein Name gut lesbar vorne drauf. Fernando Perez Umbarte. Postmeister der Provinz Málaga. Ein Meister. Und das in diesem Dorf. Klingt gut. Drei Monate vor der Pensionierung wollen sie kommen. Es habe Beschwerden gegeben. Viele Beschwerden. Zu viele.

(Continued)